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13.01.2022

Das Wasserhäuschen in Mettenheim

Ein Blickfang in vielen Gemeinden sind die Anfang des 20. Jahrhundert entstandenen „Wasserhäuser“ oder technischer ausgedrückt „Wasserbehälter“ oberhalb der Ortschaften. Die meisten wurden zwischen 1904 und 1907 im Auftrag des Großherzogtums Hessen für die Wasserversorgung der Bevölkerung gebaut. In der Epoche des Jugendstils sind kleine architektonischer Meisterwerke entstanden. Kein Baukörper gleicht dem anderen. Damals galten sie als Repräsentationsbauten für den Fortschritt. Heute stehen sie größtenteils unter Denkmalschutz und sind nicht mehr in Betrieb. So kam auch das Mettenheimer Wasserhäuschen in Besitz der Ortsgemeinde Mettenheim.
Es befindet sich in der „Heßlocher Hohl“ und wurde 1905 aus dem hochwertigen Flonheimer Sandstein errichtet. Die Zeit ist allerdings am weichen Sandstein nicht spurlos geblieben. Die Schrifttafel über der Tür war zum Beispiel stark verwittert.
„Das ist eine neue Aufgabe für uns“, dachten sich die „Freitagsturner“ des Mettenheimer Turnvereins, die sich schon oft ehrenamtlich engagierten, um Schützenswertes im Dorf zu erhalten.
Sie bekamen grünes Licht vom Bürgermeister und Gemeinderat, sich des historischen Bauwerkes anzunehmen. Zunächst mussten die Äste der großen Eiben zurückgeschnitten werden, welche den Eingang und die Sicht versperrten. Als Nächstes wurde die Sandsteintafel „Wasserhaus Mettenheim 1905“ von einem Steinmetz erneuert. Das Wappen der Ortsgemeinde, das nun das Gesims neben der Tafel schmückt, hat die ebenso stark engagierte Bürgerin Antje Ehrlich, getöpfert. Im Inneren wurden über den Zugängen der Wasserbehälter Metallgitter zur Sicherung angebracht. Auch an eine Tafel im Außenbereich mit Informationen zum Wasserhäuschen haben die „Freitagsturner“ gedacht.
Viele ehrenamtliche Arbeitsstunden hat die Gruppe rund um den Initiator des Projektes, Hans-Jürgen Winter, geleistet. Gefördert wurde das Projekt über die „Ehrenamtlichen Bürgerprojekte“ der LEADER-Förderung.
Unweit des Rheinterrassenweges im romantischen Hohlweg gelegen, stellt es eine touristische Bereicherung dar. Wanderer können dort am Wasserhäuschen an einem schattigen Plätzchen eine Rast einlegen.