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Der Kühkopf - das Europavogelreservat am Rhein

Mit rund 2400 ha überflutbarer Aue ist die Insel Kühkopf mit der Knoblochsaue nicht nur das größte Naturschutzgebiet in Hessen, sondern auch eines der größten, echten Auen-Naturschutzgebiete in Deutschland.

Das Schutzgebiet

Durch die gestaltende Kraft des Rheins sowie durch Rücknahme menschlicher Einflüsse auf die Vegetation ist ein Prozeß entstanden, der eine naturnahe Landschaft mit verschiedenen Gewässern, urwüchsigen Weich- und Hartholzauen sowie bunten Stromtalwiesen geschaffen hat. Dadurch konnte sich eine außergewöhnliche Artenvielfalt entwickeln. Das EU-Vogelschutzgebiet ist besonders für seinen Vogelreichtum bekannt. Insgesamt wurden hier mehr als 250 Vogelarten nachgewiesen. Das Gebiet ist ebenfalls Bestandteil des Europäischen Schutzgebietnetzes „NATURA 2000“.

Die Insel erkunden

Das Naturschutzgebiet kann auf ca. 60 Kilometern Rad- und Wanderwegen erkundet werden. Ein Rundgang über die Rheininsel Kühkopf führt größtenteils über die alten Sommerdeiche und ist etwa 17 km lang. Im Gebiet selbst gibt es vier Beobachtungsstände, die vor allem für die Vogelbeobachtung geeignet sind.

Überaus lohnenswert ist ein Besuch des Umweltbildungszentrums »Schatzinsel Kühkopf« auf dem ehemaligen Hofgut Guntershausen. Die Ausstellung "Mitten im Fluss" soll den Besuchern die zahlreichen erstaunlichen Naturschätze auf dem Kühkopf aufweisen mit Objekten zum Anfassen, Ausprobieren, Hineinhorchen und Entdecken.

Historie

Der heutige Kühkopf war ursprünglich eine Binnenhalbinsel, bei Guntersblum und Gimbsheim. Im Zuge der Rheinbegradigung (1828/1829) wurde ein Durchstich geschaffen, durch den der "Neurhein" nun fließen und sich sein heutiges Flussbett schaffen konnte. Dadurch ist der Kühkopf vollständig vom linksrheinischen Festland abgetrennt und eine Flussinsel. Der frühere Hauptlauf des Rheins ist nun ein Altrheinbogen.

Wege zum Kühkopf

Linksrheinisch war die Insel über eine Fährverbindung vom Rheinufer in Guntersblum zu erreichen. Seit vor einigen Jahren der kommunal getragene Fährbetrieb aus finanziellen Gründen eingestellt werden musste, schaffte der Verein zur Verbindung der Kulturlandschaften Altrhein und Insel Kühkopf e.V, kurz „Förderverein Kühkopf-Fähre“ mit sogenannten Fähraktionstagen die Möglichkeit, den Kühkopf an einigen Terminen im Jahr mit einer gecharterten Fähre zu besuchen.

Weitere Zugänge über zwei Brücken gibt es auf der hessischen Seite bei den Gemeinden Stockstadt und Erfelden. Vom linksrheinischen Rheinhessen erreicht man die beiden Gemeinden über die Autofähren "Helene" von Eich/Hamm nach Gernsheim sowie "Landskrone" von Nierstein nach Kornsand/Trebur.

Das Fährschiff "Helene" der Gernsheimer Rheinfährbetrieb GmbH, ist ein Neubau aus dem Jahre 2015 und mit ihren 62 Metern zur Zeit das längste Fährschiff auf dem Rhein.  Bis zu 28 PKW können transportiert werden.

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Der Ausflug mit der Fähre auf die Insel Kühkopf bei Guntersblum muss bei Niedrigwasser am Rhein ausfallen. So auch an einem Wochenende im April 2019.  Jetzt muss der erste elektrische Katamaran her. Dies zeigt der SWR-Film vom 29.04.2019.